Besenreiser und Krampfadern
Die Verödungstherapie ist eine schonende Möglichkeit, Krampfadern ohne Operation zu behandeln – ohne Narkose und ohne Schnitte. Unsere Praxis hat damit über 35 Jahre Erfahrung.
Ob eine Verödung für Sie geeignet ist, klären wir in einer Erstuntersuchung. Die Verödung ist in unserer Praxis eine Privatleistung; die Kosten finden Sie unter Kosten: Venen.
Unsere zwei Verödungsmethoden
Methode nach Professor Linser
Verödungsmittel: hochkonzentrierte (bis 27 %ige) Kochsalzlösung.
Geeignet für mittlere bis große Krampfadern.
So fühlt es sich an: Beim Einspritzen kann für ein bis zwei Minuten ein Ziehen oder ein Krampf im behandelten Bein auftreten, der dann vollständig abklingt. Ebenso kann man kurzzeitig einen warmen Kopf bekommen.
Danach: Die Methode kommt grundsätzlich mit nur einem kurzfristigen Verband für ca. drei Stunden aus, danach muss das Bein nicht mehr komprimiert werden. Eine Stunde Gehen direkt nach der Behandlung ist absolute Pflicht und muss in der Zeitplanung mit eingerechnet werden!
Im Laufe der nächsten drei Wochen kann es zu einer Rötung, Entzündung und Verhärtung im Bereich der behandelten Venen kommen, die langsam wieder abklingen.
Sklerosierung nach Professor Sigg
Verödungsmittel: Aethoxysklerol (Polidocanol, ein Lokalanästhetikum) mit Alkohol (Ethanol), das mit Luft zu einem feinen Schaum aufgeschlagen wird (Schaumsklerosierung oder auch „Air-Block-Methode“).
Geeignet für Besenreiser bis große Krampfadern (verschiedene Konzentrationen), Seitenäste und Verbindungsvenen. Der Schaum verdrängt das Blut und benetzt die Venenwand gleichmäßig, deshalb genügt weniger Wirkstoff für dieselbe Wirkung.
So fühlt es sich an: Die Einstiche sind kaum schmerzhaft, das Einspritzen selbst ist meist schmerzarm.
Danach: Kompressionsverband bzw. Kompressionsstrumpf für etwa drei Tage bei Besenreisern und 10 bis 14 Tage nach der letzten Sitzung bei größeren Varizen.
Im Laufe der nächsten Zeit kann es zu Rötung, Entzündung und Verhärtungen im Bereich der behandelten Venen kommen, die langsam wieder abklingen, während die verödeten Varizen vom Körper abgebaut werden. Sehr selten können vorübergehende Seh- oder Kreislaufstörungen auftreten.
Welche Methode wir anwenden – oft auch beide in Kombination –, richtet sich nach Art, Größe und Lage Ihrer Krampfadern. Im Blutstrom werden alle Verödungsmittel rasch verdünnt.
Allgemein gilt: Bei jeder Behandlungsmethode – sei es das operative Stripping, die operative Crossektomie, die kathetergestützte intraluminale Laser-, Hochfrequenz- oder Kältebehandlung oder die Krampfaderverödung – hängen die Erfolge und auch die möglichen Nebenwirkungen immer von der individuellen Geschicklichkeit und Erfahrung des jeweiligen Behandlers ab. Werden sie an der richtigen Stelle von einem erfahrenen Kollegen verantwortungsvoll und kunstvoll eingesetzt, können sie gleichwertige Methoden mit ihren spezifischen Für und Wider darstellen.
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Häufige Fragen
Was ist eine Verödung?
Bei der Verödung (Sklerosierung) wird ein Verödungsmittel mit einer feinen Nadel in die erweiterte Vene gespritzt. Es reizt die Innenwand der Vene. Ein sofort angelegter Kompressionsverband drückt die Venenwände aufeinander, sodass sie verkleben und im Lauf von Wochen bis Monaten vom Körper abgebaut werden. Zurück bleibt meist nur ein feiner Bindegewebsstrang.
Wie entstehen Krampfadern?
Venen bringen das Blut zum Herzen zurück. Venenklappen wirken dabei wie Rückschlagventile, die Muskelpumpe der Beine schiebt das Blut etagenweise nach oben. Langes Stehen oder Sitzen, Schwangerschaften, Thrombosen und eine angeborene Bindegewebsschwäche können die Venen dauerhaft weiten. Schließen die Klappen nicht mehr, staut sich das Blut, und die darunterliegenden Venenabschnitte werden zusätzlich belastet.
Mögliche Folgen sind geschwollene Beine, Hautveränderungen, Venenentzündungen, Thrombosen und im fortgeschrittenen Stadium offene Beine (Ulcus cruris).
Welche Krampfadern lassen sich veröden?
Wir behandeln Besenreiser, netzförmige Krampfadern und auch größere Krampfadern. Ob die Verödung in Ihrem Fall geeignet ist oder ob ein anderes Verfahren (Operation, Laser, Radiowelle) sinnvoller wäre, klären wir bei der Erstuntersuchung.
Welche Vor- und Nachteile hat die Verödung gegenüber einer Operation?
Vorteile: keine Narkose, keine Schnitte und damit keine Operationsnarben, kein Risiko von Nervenverletzungen durch Schnitte. Gesunde Venenabschnitte bleiben erhalten. Auch an Knöchel und Fuß sowie bei noch nicht abgeheilten Beingeschwüren ist eine Behandlung möglich.
Nachteile: Meist sind mehrere Sitzungen nötig, und nach der Behandlung muss das Bein für etwa zwei bis drei Wochen komprimiert werden. Das Ergebnis hängt stark von der Erfahrung des Behandlers ab – das gilt allerdings für jede Methode.
Wie geht es mir während und nach der Behandlung?
Die Einstiche sind kaum schmerzhaft. Kurzzeitig kann ein Krampfgefühl im Bein oder ein Wärmegefühl auftreten. In den Wochen danach können die behandelten Venen verhärtet, gerötet und druckempfindlich sein – das ist der gewollte Abbauprozess. Bewegung ist ausdrücklich erwünscht.
Mögliche Nebenwirkungen besprechen wir vor der Behandlung ausführlich, zum Beispiel bräunliche Verfärbungen entlang der Vene, Entzündungen, sehr selten allergische Reaktionen, Hautschäden oder eine Thrombose. Den Aufklärungsbogen können Sie vorab lesen.
Kommen die Krampfadern wieder?
Eine verödete und abgebaute Vene kommt nicht zurück. Die Veranlagung zu Krampfadern bleibt aber bestehen, sodass sich im Lauf der Jahre neue Krampfadern bilden können. Regelmäßige Kontrollen und kleine Nachbehandlungen halten das Ergebnis stabil.
Sind Venenmittel oder eine Laserbehandlung sinnvoll?
Venenmittel können Beschwerden wie Schweregefühl lindern, beseitigen aber keine Krampfadern. Laser- und Radiowellenverfahren sind eine Alternative für bestimmte große Stammvenen. Wir beraten Sie, welche Methode zu Ihrem Befund passt.
Venentipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig, am besten mit wechselnder Belastung wie Gehen, Radfahren oder Schwimmen. Steigern Sie langsam.
- Kneipp-Güsse und Wechselbäder trainieren die Gefäße – wirksam nur bei regelmäßiger Anwendung. Nach dem Duschen die Beine kurz kalt abbrausen.
- Beine hochlegen und bei langem Sitzen regelmäßig aufstehen oder Fußgymnastik machen; Beine nicht stark angewinkelt halten.
- Bindegewebe schonen: Prellungen, sehr kräftiges Bürsten, Massagegeräte und drückende Schuhe können Besenreiser fördern.
- Ernährung: viel Gemüse und Ballaststoffe, ausreichend trinken, wenig Zucker, Alkohol und Fett. Übergewicht belastet die Venen.
- Hormone: Künstliche Östrogene (zum Beispiel in der Pille) können die Venen belasten. Sprechen Sie Alternativen mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt ab.
- Sauna, Thermalbad, Sonne: in Maßen möglich. Bei starker Schwellung oder Schmerzen besser verzichten; anschließend die Beine kalt abbrausen.
- Schwangerschaft: Spätestens bei schweren oder geschwollenen Beinen kann eine Kompressionsstrumpfhose sinnvoll sein – angepasst am Morgen, wenn die Beine abgeschwollen sind.
Naturheilverfahren und ergänzende Behandlungen
Neben der Schulmedizin setzen wir auf Wunsch auch Verfahren der Naturheilkunde und Erfahrungsheilkunde ein – immer nach eingehender Untersuchung und abgestimmt auf Ihre Beschwerden, Vorbefunde und Medikamente.
Erschöpfung, Burnout und anhaltende Müdigkeit
Hinter dauerhafter Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue, Müdigkeitssyndrom) stecken manchmal behandelbare Ursachen wie ein Hormon-, Vitamin- oder Eisenmangel oder eine Schilddrüsenstörung. Wir klären das mit einer ausführlichen Anamnese und gezielten Laboruntersuchungen und besprechen anschließend mit Ihnen die Behandlungsmöglichkeiten.
Zyklusstörungen, PMS, Peri- und Postmenopause
Bei Zyklusstörungen, prämenstruellem Syndrom (PMS) und Beschwerden in der Perimenopause und Postmenopause untersuchen wir den Hormonstatus und beraten Sie zur Hormonsubstitution mit körperidentischen (bioidentischen) Hormonen nach Rimkus und Hertoghe – siehe Hormonanalyse und Hormonsubstitution.
Haarausfall
Bei Haarausfall bestimmen wir Hormon-, Vitamin- und Spurenelementwerte, die häufig eine Rolle spielen. Die Kosten der Laboruntersuchung finden Sie unter Kosten: Haare.
Ernährung, Gewicht und gesundes Altern
Zu Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme und einer gesunden Lebensführung im Sinne der Longevity-Medizin beraten wir Sie gemeinsam mit unserer Ernährungsberatung. Grundlage sind Ihre Laborwerte und Ihre persönlichen Ziele.
Eigenbluttherapie
Bei der Eigenbluttherapie wird eine kleine Menge Blut aus der Armvene entnommen und – unverändert oder aufbereitet – wieder in den Muskel oder unter die Haut gespritzt. Sie zählt zu den klassischen Reiz- und Umstimmungsverfahren der Naturheilkunde.
Ozontherapie und Eigenblut-Ozontherapie
Wir wenden medizinisches Ozon als Ozonbeutelbegasung bei chronischen Wunden und offenen Beinen an. Bei der Eigenblut-Ozontherapie wird Blut entnommen, außerhalb des Körpers mit einem Sauerstoff-Ozon-Gemisch angereichert und anschließend als Infusion (große Eigenbluttherapie) oder Injektion (kleine Eigenbluttherapie) zurückgegeben. Ob eine Ozonbehandlung für Sie infrage kommt, besprechen wir nach der Untersuchung.
Neuraltherapie und Chirotherapie
Bei Schmerzen und funktionellen Beschwerden des Bewegungsapparates setzen wir die Neuraltherapie (gezielte Injektionen mit örtlichen Betäubungsmitteln) und die Chirotherapie (manuelle Behandlung von Funktionsstörungen der Wirbelsäule und Gelenke) ein.
Hochdosis-Vitamin-Infusionen und -Injektionen
Vitamine wie Vitamin C, B-Vitamine (z. B. B12) oder Vitamin D können bei nachgewiesenem Mangel oder besonderem Bedarf auch hochdosiert als Infusion oder Injektion gegeben werden. Dosis und Abstand richten sich nach Ihren Laborwerten.
Aderlasstherapie
Beim Aderlass wird eine festgelegte Menge Blut (meist 200 bis 500 ml) aus der Armvene entnommen. Schulmedizinisch wird er zum Beispiel bei Eisenüberladung (Hämochromatose) oder einer krankhaften Vermehrung der roten Blutkörperchen eingesetzt, in der Naturheilkunde als klassisches ausleitendes Verfahren. Vorher prüfen wir Blutbild, Eisenwerte und Kreislauf.
Eiseninfusionen und -injektionen
Bei einem nachgewiesenen Eisenmangel, der sich mit Tabletten nicht ausreichend ausgleichen lässt oder bei dem Tabletten nicht vertragen werden, kann Eisen als Infusion oder Injektion gegeben werden. Grundlage sind Ihre Blutwerte (unter anderem Ferritin und Blutbild), die wir vorher und zur Verlaufskontrolle bestimmen.
Weitere Infusionstherapien
Nach ärztlicher Indikation bieten wir außerdem Mineralstoffinfusionen, pflanzliche Infusionen mit Weihrauch (Boswellia) oder Beifuß (Artemisia) sowie die Chelattherapie mit EDTA an. Vor jeder Infusionstherapie klären wir Nutzen, Risiken und Alternativen in einem persönlichen Gespräch.
Die hier genannten Verfahren der Naturheilkunde und Erfahrungsheilkunde sind wissenschaftlich nicht in allen Anwendungsgebieten belegt und ersetzen keine notwendige schulmedizinische Diagnostik und Behandlung. Ein Behandlungserfolg kann nicht garantiert werden. Die meisten dieser Leistungen sind keine Kassenleistung und werden nach der GOÄ berechnet.